Der Schriftsteller

Verschiedene Lebenserfahrungen der letzten zehn Jahre, vor allem Ereignisse in meinem unmittelbaren Lebensumfeld, haben mich bewogen, meine Homepage, auf der meine Bücher dargestellt sind, auf unbestimmte Zeit vom Netz zu nehmen. Es ist eine ehrliche Maßnahme mir selbst und dem Leser meiner Bücher gegenüber. Eine meiner Grundüberzeugungen ist ins Wanken geraten: mein Verständnis von Liebe. Ich war der festen Überzeugung dass die Liebe zu einem anderen Menschen sich in einem tiefen Gefühl aber auch mit offenem Verstand ausdrückt. Was mir aber noch wichtiger erschien, war, dass die Liebe wertlos ist, wenn sie nicht im Alltag der Liebenden gelebt und erlebt wird. Dieser Glaube an die verwirklichte Liebe durchwebt meine ganze Poesie aber auch meine prosaischen Texte. Genau dieses innere Liebes-Bekenntnis zum Liebesalltag ist aber durch die oben genannten Ereignisse für mich fragwürdig geworden, nicht nur bezogen auf Partnerschaften. Ich betrachte das heute rückblickend gar nicht schmerzhaft und verzweifelt, sondern einfach nur traurig. Gleichzeitig hat es eine produktive innere Einkehr bei mir bewirkt, über meine Lebenserfahrungen noch einmal intensiv nachzudenken und meine Positionen zu überprüfen. Ich kann das nicht in Eile tun. Bevor ich diesen Prozess abgeschlossen habe, möchte ich die Leserinnen und Leser nicht mit dem befassen, was ich in der Vergangenheit über die Liebe geschrieben und erdacht habe, weil ich das fast als Täuschung ansehen würde. Ich hoffe, ich kann meine Bücher noch einmal anbieten, kann mir aber auch vorstellen, noch einmal ganz von vorne anzufangen; eine erste neue Zeile, zu schreiben. Ich hoffe, ich finde das für mich heraus. Für das, was ich Ihnen nun mitgeteilt habe, bitte ich um Verständnis.

Peter Völker

Der Schriftsteller Peter Völker (67) wurde 1949 in Gründau-Rothenbergen geboren.

Nach einer Ausbildung zum Speditionskaufmann arbeitete er in allen Zweigen der Verkehrswirtschaft.

Als Reedereikaufmann in Hamburg wechselte er Anfang der 80er Jahre zum Deutschen Verkehrsverlag, wo er zwei Jahre als verantwortlicher Redakteur für Außenwirtschaft und Verkehr schrieb und redigierte. In dieser Zeit hatte er Kontakt zur Hamburger Werkstatt des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt.

Von 1982 bis 1989 war er verantwortlicher Redakteur für Europapolitik bei der Nachrichtenagentur Vereinigte Wirtschaftsdienste (vwd) in Eschborn.

Ende der 80er Jahre wurde er Mitherausgeber des alternativen Magazins "neue hanauer zeitung" (nhz).

Von 1989 bis 2007 war er Bundesgeschäftsführer für Rundfunk, Film, AV-Medien beim Bundesvorstand der heutigen Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) - vormals IG Medien.

1993 gründete der Autor zusammen mit Freunden denSolidaritätsfonds demokratische Medien in der Welt eV, Stuttgart, der in der Folge weltweit unabhängige Medien- und Kunstprojekte - vor allem freie Radios - unterstützte. Er gehörte bis 2012 dem
Vorstand dieser Organisation an.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit organisierte er journalistische Studienreisen nach Griechenland und verfasste mehrere Buchbeiträge zur Zukunft der Medien.

Sein ganzes erwachsenes Leben war der Autor in der Friedens- und Ökologiebewegung aktiv.

Heute ist er als Schriftsteller im "Kunstverein Meerholz" in Gelnhausen.

Für seinen deutsch-griechischen Lyrikzyklus "Agamemnon und Kassandra in Lakonien" wurde er 2014 von der rumänischen Kulturakademie Orient-Occident im Rahmen eines Welt-Poesiefestivals mit dem "Großen Preis der Poesie" ausgezeichnet.

Ein Interview von Radio Kreta mit Peter Völker